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Aktuelle Ausstellungen des Stadtarchivs

Ausstellungsarchiv

Sie haben eine Ausstellung verpasst? Hier können Sie sich einzelne Ausstellungen noch einmal ansehen und ein paar Details nachlesen.

Aktuelle Ausstellungen des Stadtarchivs

Vom 1. Oktober 2025 bis 31. Januar 2026
In Kooperation mit Bochum-Marketing

Bochum bewegt (Quelle: Stadt Bochum)

Der Sport hat in Bochum schon seit vielen Jahrzehnten eine große Bedeutung. Den meisten Leuten in dieser Stadt und weit über die Grenzen hinaus würden auf Anhieb die Fußballer des VfL Bochum 1848 einfallen. Dabei hatte und hat Bochum noch so viel mehr zu bieten. Diese Tatsache können Interessierte ab dem 1. Oktober im „Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte“ an der Wittener Straße in der Sportausstellung „Bochum bewegt“, die Bochum Marketing in enger Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden vom Stadtarchiv umgesetzt hat, bestaunen. Der Eintritt ist kostenfrei und zu den üblichen Öffnungszeiten bis Ende Januar 2026 möglich.

Gerhard „Gerdi“ Harpers, Annike Krahn, Valentin Baus und und und … Die Liste an erfolgreichen Sportler*innen, die in Bochum das Licht der Welt erblickt und eine beeindruckende Lebensgeschichte zu erzählen haben, kann man auch ohne aufwendige Recherche noch um viele Namen erweitern. Hinzu kommen große Sportpersönlichkeiten, die zwar nicht hier geboren wurden, ihre größten Erfolge jedoch für Bochumer Vereine errungen haben oder die meiste Zeit ihrer Karriere hier gelebt, studiert oder gearbeitet haben. Beispiele gefällig? Erich Gottschalk, Sabine Braun und Lily Anggreny.

Bochum bewegt - Die Sporausstellung
Bochum bewegt - Die Sporausstellung (Quelle: Stadt Bochum)

Auch Menschen mit besonders großem Sportinteresse werden vielleicht noch nicht alle aufgelisteten Namen gehört haben. Alleine dafür lohnt sich ein Gang in die Ausstellung. Denn im Bereich „Persönlichkeiten“ werden die Lebensgeschichten dieser herausragenden Sportler*innen erzählt. Hier kann man nachlesen, dass Annike Krahn in ihrer Fußballlaufbahn 137 Länderspiele absolviert und alles gewonnen hat, was es mit der Nationalmannschaft zu gewinnen gibt: Weltmeisterschaft, Europameisterschaft, Olympia-Gold. Hier kann man bestaunen, dass Para-Tischtennisspieler Valentin Baus schon im Alter von 25 Jahren Welt-, Europameister und Paralympicssieger war. Hier wird die besondere Geschichte von Erich Gottschalk aufgezeigt, der 1938 mit Schild Bochum Deutscher Fußballmeister im jüdischen Schild-Verband wurde und später aus dem Konzentrationslager in Auschwitz fliehen konnte. Hier wird die beeindruckende Karriere von Siebenkämpferin Sabine Braun präsentiert, die als Athletin des TV Wattenscheid 01 WM- und EM-Gold sowie Olympia-Bronze gewann. Apropos Leichtathletik: Hier wird berichtet, wie die in Indonesien geborene Lily Anggreny bei den Paralympischen Sommerspielen von Barcelona 1992 die gesamte Medaillenpalette in Gold, Silber und Bronze ergatterte. Auch sie gehörte viele Jahre lang dem TV 01 an. Und auch die weiteren Portraits beinhalten selbst für Leute mit viel sportlicher Expertise die eine oder andere Überraschung bereit.

Ein paar Schritte weiter befinden sich im 2. Obergeschoss des Stadtarchivs, das auch über den Aufzug zu erreichen ist, die „Lieblingsstücke“. Auch hier riecht es nach großen Erfolgen, außergewöhnlichen Geschichten und vielleicht sogar noch ein wenig nach Schweiß. Nein, es riecht nicht nur danach, es wird an mancher Stelle sogar sichtbar. Ob nationale Pokale, internationale Medaillen oder Sportequipment, das schon bei Olympischen Spielen getragen oder genutzt wurde. Schuhe, Anzug und Helm von Bobfahrer Matthias Sommer haben schon genauso Olympia-Luft geschnuppert wie die Schwimmhose und die Badekappe von Lucas Matzerath. Hier wird die ganze Vielfalt des Bochumer Sports mehr als deutlich: An der einen Stelle ein Kanu in voller Pracht, ein Stückchen weiter ein Ruder-Riemen vom Deutschland-Achter von Olympia aus Paris und noch ein paar Meter weiter ein Fahrrad des legendären Walter Lohmann. Es gibt so viel zu entdecken, dass man ein wenig Zeit mitbringen sollte. 

Bochum bewegt - Die Sporausstellung
Bochum bewegt - Die Sporausstellung (Quelle: Stadt Bochum)

Das gilt auch für den Bereich „Sportstätten“. Während das Ruhrstadion vom Großteil der Bochumer Bürgerschaft mindestens schon einmal von außen begutachtet wurde, hat die Historie von Sportstätten in dieser Stadt noch so viel mehr zu bieten. Als von der heutigen Heimspielstätte des VfL noch niemand zu träumen gewagt hatte, gab es 1888 schon die erste Radrennbahn auf Bochumer Boden. Genauer gesagt am Freudenberg in Hamme. Diese hatte jedoch nur eine Lebensdauer von 15 Jahren und wurde 1903 schon wieder dem Erdboden gleich gemacht. Dies tat dem Enthusiasmus für den Radsport jedoch keinen Abbruch. So eröffnete 1924 im Ehrenfeld eine neue Rennbahn, deren Innenfläche über die Jahre auch zum Rollschuh- und im Winter zum Eislaufen genutzt wurden. 1977 wurde die Bahn schließlich abgerissen und es entstanden auf der Fläche Wohnhäuser. Doch auch heute ist die Nordkurve der einstigen Radrennbahn zu erkennen. Zum Thema Radsport: Auch der Walter-Lohmann-Ring und der frühere Sparkassen Giro mit Siegertrikots von Jan Ullrich, Erik Zabel und Jens Voigt finden in der Ausstellung ihre Berücksichtigung. Über QR-Codes lassen sich Videos dazu abrufen. 

Ähnlich beliebt war und ist in Bochum der Schwimmsport. Beim Schwelgen in Erinnerungen an das Stadtbad kommen bei einem Teil der Bürgerschaft noch große Kindheitsgefühle hoch. Dies hat sich vor vier Jahren der damalige Schüler Alexander Lueg zum Projekt gemacht und eine eigene Webseite unter dem Titel „Mehr als nur ein Hallenbad“ gestaltet. Ein chronologischer Auszug daraus findet sich in der Ausstellung wieder. Das jüngste Leuchtturmprojekt der Stadt Bochum ist zweifelsohne der Sportpark Lohrheide in Wattenscheid. Die Leichtathletik- und Fußballgeschichte im altehrwürdigen Lohrheidestadion, das in den letzten Jahren aufwendig modernisiert wurde, ist sehr beeindruckend. Über die Gegenwart sagt Michael Huke, Geschäftsführer des TV Wattenscheid 01: „Es macht uns sehr stolz, dass in einer Region, in der sportlich gesehen der Fußball alles dominiert, auch die Leichtathletik ein absolutes Aushängeschild erhält. Nicht nur für die Stadt Bochum, sondern auch für das Ruhrgebiet und ganz Nordrhein-Westfalen. In Deutschland gibt es keine vergleichbaren Bedingungen, wie wir sie jetzt hier vorfinden werden. Damit meine ich die gesamte Infrastruktur inklusive des Sportplatzes mit Tartanbahn und der Kalthalle neben dem Stadion. 

Vom Sportpark Lohrheide in den Hochschulhörsaal sind es in der Ausstellung nur wenige Meter. Im Bereich „Sport im Studium“ werden die zwei großen Säulen des Hochschulsports präsentiert. Zum einen gibt es das Thema Spitzensport. Dies zeitgleich mit dem Studium unter einen Hut zu bekommen, ist für viele Sportler*innen eine große Herausforderung. Wie sieht eigentlich der Alltag solcher Personen aus? Genau das erzählen Para-Judoka Isabell Thal und Schwimmer Simon Reinke in ihrem Videotagebuch und einem Wochenplan, der pickepackevoll mit ihren Verpflichtungen an der Ruhr-Universität Bochum und ihren zahlreichen Trainingseinheiten ist. Auf der anderen Seite spielt auch der Breitensport eine große Rolle, denn der Hochschulsport für jedermann ist in den letzten Jahren immer mehr gewachsen, sodass mittlerweile über 100 verschiedene Sportarten angeboten werden. Auch diese stattliche Liste kann in der Ausstellung bestaunt werden.

Abschließend gibt es noch einiges im Bereich „Sport aktuell“ zu entdecken. Ein Highlight soll die stetig wachsende Trikotwand werden. In der Ausstellung sollen sich möglichst viele Bochumer Vereine und Sporttreibende mit eigenen Trikots, Shirts und sonstigen Sportoutfits präsentieren. Auch dies soll die eindrucksvolle Vielfalt der Bochumer Sportlandschaft zeigen. Unter allen Teilnehmenden wird eine Verlosung stattfinden. Wer als Verein oder Privatperson sein Outfit einreichen möchte, kann sich unter sport@ bochum-marketing.de melden. Eine weitere Möglichkeit zum Mitmachen bietet das „Schwarze Sportbrett“: Die Suche von Vereinen nach neuen Mitgliedern und weiterem Betreuungspersonal ist hier ebenso erwünscht wie das Angebot von Sportgruppen zum Mitmachen. Mit anderen Worten: Alles, was mit dem Thema Sport zu tun hat, kann hier gesucht oder angeboten werden. Wer nach seinem Rundlauf durch die Bochumer Sportgeschichte immer noch nicht genug hat, kann dann auch nochmal selbst sportliche Aktivitäten ausprobieren. Dafür steht unter anderem eine eSport-Station, eine Midi-Tischtennisplatte und ein Kicker bereit. Was gerade beim Thema Sport nicht außer Acht gelassen werden darf, ist das Ehrenamt. Die meisten Vereine können nur durch das Engagement freiwilliger Verantwortlicher und Helfer überleben. Dieses Engagement ehren der Stadtsportbund und die Sportjugend regelmäßig, Ehrentafeln der bisher ausgezeichneten Personen befinden sich ebenfalls im Bereich „Sport aktuell“.

Viele spannende Geschichten, eine Menge Namen und noch mehr Jahreszahlen, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie kommen durchweg sportlich daher – in der Sportausstellung „Bochum bewegt“, die nur durch die Leihgaben von Vereinen und Privatpersonen zu einer riesigen Sammlung besonderer Exponate geworden ist. Oder anders gesagt: ein Rundlauf durch die Bochumer Sportgeschichte.

Vom 22. November 2025 bis 31. Januar 2026 

Die Ausstellung "aus bewegten Zeiten - Objekte aus 30 Jahren feministischer Archivgeschichte in Westfalen" gibt Einblicke in die Besonderheit der Sammlungen des Frauenarchivs, in dem jeder Gegenstand eine Geschichte erzählt.

Ungefähr 90 Prozent der Materialien im ausZeiten sind aus Papier. Es sind Dokumente, die den Gegenstand frauen- und lesbenbewegter Debatten aus den letzten 6 Jahrzehnten authentisch wiedergeben. Dokumente, die
zeigen, welchen Stellenwert das Leben von Frauen in verschiedenen Gesellschaften zu unterschiedlichen Zeiten hat. 10 Prozent des Archivbestands von ausZeiten sind Materialien aus anderem Stoff, aus Porzellan, Vinyl, Baumwolle, Glas, Plastik. Aus dem Gegenstand von feministischen Debatten wurden reale Gegenstände, Kunstobjekte, Filme, Tassen, Beutel, Spiele.

Die Ausstellung zeigt auch archivarische Dokumente aus feministischen Archiven anderer Städte in Westfalen, die ausZeiten bei deren Auflösung übernommen hat. Wir heben diese Schätze und zeigen sie euch.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Frauenarchiv ausZeiten statt und wird unterstützt durch die LWL-Kulturstiftung.

Der Ausweis (Replika) von James Bond AKA Sean Connery (Quelle: Bond-Club-Wattenscheid)

15. Juni bis 31. August 2025

Eine Ausstellung mit zahlreichen Sammlerstücken aus der Bond Welt aus über 70 Jahren (Filmrequisiten wie zum Beispiel Oddjob’s Hut oder Safin’s Maske, Bücher, Schallplatten, Kinowerbung, Münzen, Merchandising, Spiele, Schmuckstücke, Plakate und vieles mehr). Der Ausweis (Replika) von James Bond AKA Sean Connery, welcher den Wattenscheider Geburtsort von James Bond bescheinigt („Liebesgrüße aus Moskau“) ist ebenfalls zu sehen.

Interaktiv wird die Ausstellung mit QR-Codes begleitet. Besucher können so in die Bond Welt eintauchen. Aufnahmen hierzu hat Dietmar Wunder (Originalstimme von Daniel Craig) extra für die Ausstellung eingesprochen. Abgerundet wird die Ausstellung mit Bildern, Zeichnungen und Cartoons von Christoph Kossmann-Hohls, sowie Michael Fischer Art, Oli Hilbring und Waldemar Mandzel.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem **BONDCLUBWAT**  statt.

Audio-Datei zur Ausstellung (Copyright Bond-Club-Wattenscheid // externer Player benötigt)

7. Juni bis 31. August 2025

Karl Schmidthaus (1924-1968) ist heute in Bochum nahezu vergessen. Er war Schaffner und Fahrer bei der BOGESTRA und hatte ein bemerkenswertes Hobby: Als ehrenamtlicher Mitarbeiter der volkskundlichen Kommission beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe fertigte er nahezu 10.000 Fotografien und zahlreiche Berichte über Sitten, Bräuche und Mundarten seiner westfälischen Heimat. Das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte besitzt aus diesem reichen Fundus einen eigenen Bildbestand, der den Stadtteil Laer in den 1950er und 1960er Jahren dokumentiert. Mit der Ausstellung „Schmidthaus sieht Laer“ wird erstmals ein Teil dieses Bestandes der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ausstellungsobjekt (Quelle: Stadt Bochum)

Ausstellung
9. März bis 11. Mai 2025

Nach 36 Jahren musste der 2. Hand Handelsplatz in Bochum seine Türen schließen – ein Ort, der über Generationen hinweg eine Institution für Schnäppchenjäger, Sammler und Liebhaber von Vintage-Schätzen war.

Nun wird dieser einzigartige Treffpunkt in einer besonderen Ausstellung gewürdigt: „Lieblingsstücke“ im Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte.

Die Flohmarkthallen an der Hermannshöhe in Bochum waren weit mehr als ein Ort zum Stöbern und Kaufen. Sie waren ein lebendiger Marktplatz der Nachhaltigkeit, ein Treffpunkt für Menschen, um nicht nur alte Gegenstände zu erwerben, sondern auch Geschichten zu teilen. Das Team der Flohmarkthallen kannte jedes Stück, das durch die Hallen ging, und hatte stets ein offenes Ohr für die Wünsche und Erinnerungen der Besucher.

Mit der Ausstellung „Lieblingsstücke“ sollen nun Erinnerungen an diesen besonderen Ort lebendig bleiben. Besucher waren eingeladen, ihre persönlichen „Lieblingsstücke“ – Objekte, die sie auf dem 2. Hand Handelsplatz erstanden haben und eine besondere Bedeutung für sie haben – als Leihgaben einzureichen. 
Die Ausstellung bietet nicht nur einen Rückblick auf ein Stück Bochumer Geschichte, sondern auch einen Einblick in die nachhaltige Kultur des Flohmarkts: Denn was einmal als „gebraucht“ galt, wird heute als wertvoller Schatz und nachhaltige Alternative gefeiert.

Die Ausstellung „Lieblingsstücke“ ist vom 9. März bis zum 11. Mai zu sehen. 
 

„Liebe oder Last?! Baustelle Denkmal“ Plakat
„Liebe oder Last?! Baustelle Denkmal“ (Quelle: Stadt Bochum)

Erleben Sie das Abenteuer Denkmal!
9. Januar  bis 31. März 2025


Es erwartet Sie ein einzigartiges Erlebnis für alle Sinne und Eindrücke, die Sie das Thema Denkmalschutz aus ganz neuen Perspektiven sehen lassen werden.

Original – digital – phänomenal!
Denkmalschutz ganz neu beleuchtet.

Für die einen sind sie Heimat, Wahrzeichen und Kulturgenuss. Für die anderen sind sie ein Dorn im Auge: alt, unbequem, teuer: Beim Thema Denkmal und Denkmalschutz scheiden sich die Geister. Fast nirgendwo gibt es so viele Missverständnisse und Irrtümer wie im Denkmalschutz.

Unsere einzigartige, hochmoderne und multimediale Wanderausstellung wirft einen ungewöhnlichen Blick auf das kontroverse Thema Denkmalschutz und gibt Antworten auf viele Fragen, irrtümliche Annahmen oder gängige Vorurteile, die so noch nirgendwo beantwortet worden sind.

In sechs interaktiven Stationen macht die Ausstellung die „Baustelle Denkmal“ lebendig und spannend nachvollziehbar. Wir zeigen Ihnen, wie ein Denkmal eigentlich ein Denkmal wird, geben Einblick in die Gefahren, denen Denkmale ausgesetzt sind, wir besuchen Denkmaleigentümer und Werkstätten von Handwerkern, auch viele lustige und ungewöhnliche Denkmalschutz-Tatsachen und Aktionen zum Selbstentdecken warten auf Sie!

Die Wanderausstellung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist 2022 Gewinner des German Design Awards in der Kategorie "Excellent Architecture – Fair and Exhibition", des red dot Design Awards und des BrandEx-Designpreises in der Kategorie "Best thematic exhibition"!

Plakat zur Ausstellung (Quelle: Stadt Bochum)
Vom Kirchenbuch ins digitale Zeitalter
26. September 2024 bis 12. Januar 2025

Im Oktober 1874 wurden deutschlandweit erstmals staatliche Standesämter eingeführt. Das Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte und das Standesamt nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, gemeinsam auf 150 Jahre Geschichte des Personenstandswesens zurückzublicken. Lag es anfangs vor allem im staatlichen Interesse, Eheschließungen in behördlichen Registern zu registrieren, gehören heute digital geführte Geburten-, Ehe- und Sterberegister zum Alltag. Wurden die Standesbeamten anfangs noch als Hilfspastoren bezeichnet, so gehört es heute zur Selbstverständlichkeit, dass männliches und weibliches Standesamtspersonal gleichberechtigt arbeitet.
Die Ausstellung illustriert die Anfänge mit dem ersten Registereintrag vom 3. Oktober 1874 und spannt einen Bogen vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Bundesrepublik.

100 Jahre ARAL – historische Fotos aus dem Firmenarchiv (Quelle: Stadt Bochum)

Am 28. November 1898 gründeten in Bochum 13 Zechengesellschaften und Unternehmen der Kohlechemie die Westdeutsche Benzol-Verkaufs-Vereinigung. Zweck des Unternehmens war der gemeinsame Verkauf des auf den Kokereien gewonnenen Benzols. Der in der Chemieindustrie vielfältig verwendbare Stoff eignete sich auch als Kraftstoff. Benzol konnte sich vor dem Ersten Weltkrieg im Automobilverkehr jedoch vor allem wegen der vergleichsweise wenigen Abgabestellen nicht gegen Benzin durchsetzen. 

1924 fiel bei dem mittlerweile als Benzol-Verband (BV) firmierenden Unternehmen die Entscheidung, ein eigenes Tankstellennetz aufzubauen und dort eine hochwertige Benzol-Benzin-Mischung unter der Marke „Aral“ anzubieten. Der Name Aral entstand aus den Anfangsbuchstaben der aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen des Benzols und der aliphatischen des Benzins. Aral war weltweit der erste Superkraftstoff, denn es verband die Vorteile beider Bestandteile, sorgte für einen ruhigeren Lauf des Motors und reduzierte durch seinen höheren Brennwert den Verbrauch. In den folgenden Jahren stieg Aral zum Marktführer auf und besitzt diese Position bis heute. 1951 wurde die BV-Aral AG gegründet und 1961 die Aral AG. Seit 2002 gehört Aral zur britischen bp group. 

Die Ausstellung zeigt die Grundzüge der historischen Entwicklung des Kraftstoffvertriebs von Aral vorrangig am Beispiel Bochumer Motive.

Der Bochumer Historiker und Leiter des historischen ARAL-Firmenarchivs PD Dr. Dietmar Bleidick hält im Rahmen eines kleinen Begleitprogramms zur Ausstellung am 26. August 2024 einen Vortrag zur Geschichte der Marke ARAL und des Unternehmens. Am 10. Oktober 2024 wird im Archivkino der historische Werbefilm „Tankpause an der Ruhr“ von 1955 gezeigt werden. 

Kampagne LET’S EUROPE. Zusammen mehr Wir. Bochum für Europa.
LET’S EUROPE. Zusammen mehr Wir. Bochum für Europa. (Quelle: Stadt Bochum)

Vor 45 Jahren konnten die Bochumerinnen und Bochumer erstmalig das Europäische Parlament direkt wählen. Zu diesem Ereignis hat nun das Stadtarchiv eine Ausstellung mit dem Titel „Bochum stimmt für Europa“ erstellt. Ab dem 4. Juni ist die Ausstellung dann bis zum 28. Juli 2024 im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte zu sehen.“

Kosmos des Lebens
Kosmos des Lebens (Quelle: LWL-Museumsamt für Westfalen)

Die Dortmunderin Annelise Kretschmer (1903-1987) gehört zu den bedeutenden deutschen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Mit der Wanderausstellung „Kosmos des Lebens. Die Fotografin Annelise Kretschmer“ würdigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Arbeit dieser Künstlerin. Ausstellungsreproduktionen aus dem Bestand des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster zeichnen ihre künstlerische Entwicklung in vier Kapiteln nach. 

In den künstlerischen Entwicklungen der Weimarer Republik wie der Neuen Sachlichkeit oder des Bauhauses erarbeitete sich Annelise Kretschmer mit ihrem bildnerischen Werk eine eigenständige Position. Auch nach der Zäsur des Zweiten Weltkrieges verfolgte sie ein eigenes ästhetisches Konzept. Ihre Aufnahmen – ob von Personen, Orten oder Gegenständen – ergründen das Wesen des Dargestellten: Mit besonderer Sensibiltät fing Kretschmer Emotionen und Charakter des fotografierten Gegenüber ein.

Als eine der ersten Frauen in Deutschland, die ein Fotoatelier eröffneten, fand Annelise Kretschmer bereits in den späten 1920er Jahren international Anerkennung. Sie nahm an wichtigen Ausstellungen des noch jungen Mediums Fotografie teil, wie der „Film und Foto“ in Stuttgart und konnte in Zeitschriften publizieren. Die NS-Zeit bedeutete für Kretschmer, die einen jüdischen Vater hatte, nicht nur persönlich sondern auch beruflich einen großen Einschnitt. Zwar konnte sie in geringem Umfang weiter arbeiten, an die frühen Erfolge aber nicht wieder anschließen.

Annelise Kretschmer
Annelise Kretschmer (Quelle: LWL-Museumsamt für Westfalen)

Sie porträtierte zahlreiche Künstler*innen und Kulturschaffende. Aber auch andere Personen wie Industrielle oder Wissenschaftler:innen wurden von ihr fotografiert. Kretschmer entwickelte eine bildnerische Sprache, mit der sie die Persönlichkeit des Menschen einfangen konnte. Ihre Porträt-Aufnahmen sprechen durch ihre Unmittelbarkeit an und berühren. Sie schafft eine Situation des direkten Kontaktes zwischen Betrachtenden und fotografischem Abbild.

„Mit dieser Ausstellung rücken wir eine ganz besondere Künstlerin in den Fokus. Ihre Arbeiten, vor allem ihre Porträts, bestechen durch Intensität und Unmittelbarkeit des Ausdrucks“, sagt die Kuratorin der Ausstellung, Ute Christina Koch. „Mit den Werken aus dem LWL-Museum für Kunst und Kultur können wir diese wichtige Künstlerin, deren Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens in Westfalen lag, einem breiteren Publikum in dieser Region vorstellen“, ergänzt die Leiterin des LWL-Museumsamtes, Ulrike Gilhaus. 

Die Ausstellung „Kosmos des Lebens“ zeichnet in vier chronologisch aufeinander aufbauenden Kapiteln das künstlerisches Schaffen und Leben Kretschmers nach. Interessierte können sich nicht nur in der Ausstellung sondern auch in digitalen Führungen der Künstlerin thematisch nähern, beispielsweise in Hinblick auf ihre Netzwerke. Die Führungen werden mittels eines QR-Codes vor Ort im Museum bereit gestellt.

Die Ausstellung wird ergänzt durch fünfzehn alltagsgeschichtliche Motive aus dem Bestand des Stadtarchivs – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte.

Hintergrund
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Das Museum hat im Dezember 2019 den Nachlass der Künstlerin, bestehend aus 2.600 Fotografien als Originalvergrößerungen und etwa 13.000 Negativen, erworben.

Klicken Sie auf das Plakat, um Einträge aus dem Gästebuch zu lesen. (Quelle: VfL Bochum 1848 GmbH & Co. KGaA)

„1848“ ist in Bochum nicht nur irgendeine Jahreszahl, sondern etwas ganz Besonderes. Im Vereinsnamen und Logo verankert, ist sie Sinnbild für Tradition und Geschichte des VfL. In diesem Jahr feiert der VfL Bochum 1848 sein 175-jähriges Bestehen. Um diesen besonderen Geburtstag gemeinsam mit den Fans zu feiern, plant der VfL in diesem Jahr mehrere Aktionen und Veranstaltungen.

Blau-weiße Fans haben dann auch die Möglichkeit, die Ausstellung „175 Jahre VfL -Trikots, Tore, Fußballwunder“ ab dem 8. September kostenfrei während der Öffnungszeiten im Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte zu besuchen. Sechs Monate lang wird diese an der Wittener Straße 47 eine Heimat finden.

Gezeigt werden Exponate aus der gesamten Vereinsgeschichte - von der Gründungszeit bis in die Gegenwart. 

Hier gelangen Sie zu Bildern von der Ausstellung.

Hier können Sie sich einen Trailer zur Ausstellung anschauen

Flyer zur Ausstellung
Karl Marx, Friedrich Engels und die Revolution 1848/49 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung / Museum-Karl-Marx-Haus)

Die Wanderausstellung „Karl Marx, Friedrich Engels und die Revolution 1848/49“ ist eine Kooperation zwischen dem Karl-Marx-Haus Trier und dem Engels-Haus in Wuppertal  unter Beteiligung des Kölnischen Stadtmuseums und des Friedhofs der Märzgefallenen Berlin.

Auf 13 thematisch gegliederten Roll-Ups wird die Geschichte der Revolution 1848/49 beschrieben. Es geht um die Ursachen der Revolution. Die verschiedenen Trägergruppen werden vorgestellt.
Die Revolutionen von 1848/49 erschütterten zahlreiche Staaten und Gesellschaften Europas. Menschen gingen auf die Straßen und kämpften für soziale Gerechtigkeit, politische Teilhabe, nationale Einheit, Demokratie und Menschenrechte. Mit dem Manifest der Kommunistischen Partei“ vom Februar 1848 sowie der Gründung der „Neuen Rheinischen Zeitung“ waren Karl Marx und Friedrich Engels Vorboten und Akteure der Revolution zugleich. Die Revolution ist ein Meilenstein der Demokratiegeschichte. Die Wanderausstellung „Karl Marx, Friedrich Engels und die Revolution 1848/49“zeigt die Vielfalt der Revolution und die Rolle, die Karl Marx und Friedrich Engels in ihr spielten.

Die Ausstellung ist vom 19. Januar bis zum 23. Februar 2024 im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte zu sehen.

Die „Westfälische Befreiungskundgebung“ 1925

Mit der „Westfälischen Befreiungskundgebung“, die 1925 in Bochum mit einem Besuch von „Reichsprominenz“ wie Reichspräsident von Hindenburg stattfand, wurde offiziell das Ende der Ruhrbesetzung gefeiert. Die Ausstellung zeigt Fotos und weiteres historisches Material dieser propagandistischen Veranstaltung, die Bochum für einen Augenblick in den Mittelpunkt des reichsweiten Interesses rückte.

13. Oktober bis 3. Dezember 2023
Bochum - Stadt der Vielen

Bochum - Stadt der Vielen (Quelle: Stadt Bochum)

Die Ausstellung enthält die Geschichten verschiedener älterer Menschen mit Migrationserbe, die uns an ihren Erfahrungen in Bochum teilhaben ließen, wie sie persönlich den Wandel der Stadt im Laufe ihres Lebens, von ihrem Ankommen bis heute, wahrgenommen haben.

Gezeigt werden Texte, Bilder, Videos und Audiobeiträge sowie eine Installation von Erinnerungsstücken. In Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden des Projekts entsteht ein Rahmenprogramm mit verschiedenen Begegnungsformaten. 

Seit 2020 lädt das Projekt ältere Menschen mit Migrationserbe ein, in einen gemeinsamen Austausch zu treten, um über ihre Erfahrungen in Bochum zu sprechen und ihre Geschichten in dieser Stadt festzuhalten. Durch die unterschiedlichen Perspektiven des Projektteams sind verschiedene Arbeitsformate entstanden, welche im Rahmen der Ausstellung gezeigt werden.

In Kooperation mit IFAK e.V. – Verein für multikulturelle Kinder- u. Jugendhilfe – Migrationsarbeit

Glaskunst des Ignatius Geitel (Quelle: Stadt Bochum)

18. August bis 1. Oktober 2023
Glaskunst des Ignatius Geitel

Ignatius Geitel (1913 - 1985) hat nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs insbesondere mit seiner Glaskunst die Zeit des Wiederaufbaus durch zahlreiche Aufträge für öffentliche Gebäude und Räume in Bochum geprägt. 

Das Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte widmet diesem Künstler 110 Jahre nach seiner Geburt eine kleine Ausstellung, die gerade diese Glasarbeiten in den Mittelpunkt stellt. Neben einigen Originalwerken beleuchten Fotografien der häufig großformatigen Arbeiten, die bis vielfach bis heute in ihrem baulichen Entstehungszusammenhang zum Beispiel in Bochumer Kirchen, Schulen und Verwaltungsgebäuden erhalten sind, diese bemerkenswerte Phase im Schaffen eines vielfältigen Künstlers. 

Im Rahmen dieser Ausstellung findet am 28. September in der Reihe „Archivkino“ die Vorführung eines Films statt, der Ignatius Geitel bei der Herstellung eines Fensters der Heilig-Geist-Kirche in Bochum Harpen zeigt.

20. Juli bis 24. September 2023
„Europa (v)erdichten“ - Kreativität in Wort und Bild für ein wünschenswertes Europa  

„Europa (v)erdichten“ – Kreativität in Wort und Bild für ein wünschenswertes Europa (Quelle: Meike Rahner)

Das Netzwerk der Bochumer, Herner und Hattinger Europaschulen (Hellweg Schule, Hildegardis-Schule, Louis-Baare-Berufskolleg, Neues Gymnasium Bochum, Mulvany-Berufskolleg und Gymnasium Waldstraße) hat im Rahmen der Europawochen 2023 einen Schreibwettbewerb unter dem Motto „Europa (v)erdichten“ durchgeführt. Schülerinnen und Schüler haben sich textlich mit der Frage auseinandergesetzt, was es für sie bedeutet, in Europa zu leben, zu arbeiten, zu lernen und zu studieren. Seit Mai hat das Schul-Netzwerk zudem ein von Schülerinnen und Schülern entworfenes eigenes Logo - als weiteres Ergebnis des diesjährigen EU-Projekttages. 

Die Werke der Schülerinnen und Schüler können ab dem 20. Juli bis zum 24. September 2023 im Foyer des Stadtarchivs Bochum besichtigt werden.


 

18. April bis 31. Juli 2023
Krisenjahr 1923

Plakat zur Ausstellung Krisenzeiten
Plakat zur Ausstellung Krisenzeiten (Quelle: Stadt Bochum)

Mit dem „Krisenjahr 1923“, das von der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Soldaten geprägt gewesen ist, hat es auch in Bochums Stadtgeschichte eine weitere Zäsur gegeben. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, dem Untergang der Monarchie und den politischen Turbulenzen der ersten Jahre der Weimarer Republik, stellt das Jahr 1923 mit Ruhrbesetzung und rasanter Inflation eine weitere Herausforderung für die Stadt dar. 

70 Jahre Bochumer Themen (Quelle: Stadt Bochum)

28. April bis 16. Juli 2023
70 Jahre Bochumer Themen

„Es ist schon zur Tradition geworden, dass die wesentlichsten Ereignisse in unserer Stadt Jahr für Jahr gefilmt, und durch die Jahresschau zur Dokumentation erhoben werden, damit auch spätere Jahrgänge und vielleicht Generationen sich ganz und gar mit ihnen vertraut machen können.“ So leitete Oberstadtdirektor Petschelt 1960 die Jahresschau ein. Dies passte zum Verständnis der Verwaltung zur Jahresschau, die damals den Untertitel „Rechenschaftsbericht des Rates und der Stadtverwaltung“ trug.


Seit 1953 erstellt das Presseamt der Stadt Bochum bis heute jedes Jahr einen Film, zunächst als „Rechenschaftsbericht des Rates und der Stadtverwaltung (…) zum Zwecke der Aufklärung der Bürgerschaft“. Und auch wenn sich dieser Anspruch im Laufe der Zeit verändert und an die Bedürfnisse angepasst hat, spiegeln die Filme – seit 1978 unter dem Titel „Bochumer Themen“ – immer noch aktuelle Themen ihrer Entstehungszeit wider. 


Plakat Bochumer Themen 1983 (Quelle: Stadt Bochum/Archivmaterial)

Die Ausstellung „70 Jahre Bochumer Themen“ ist eine Hommage des Stadtarchivs – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte an diese deutschlandweit einzigartige filmische Quelle zur Stadtgeschichte. Gemeinsam mit dem Referat für politische Gremien, Bürgerbeteiligung und Kommunikation der Stadt Bochum realisiert, wirft die Ausstellung einen Blick auf die Entstehung der Filme und auf die Menschen vor und hinter der Kamera ebenso wie auf die Themen sowie die technischen und ästhetischen Entwicklungen ihrer Entstehungszeit.


Im Jahr des 70. Geburtstags der Filmreihe ist ein Zusammenschnitt aus den bisherigen 70 Filmen entstanden, der als Blu-ray-Disc oder DVD im Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte zum Preis von 7,70 Euro erhältlich ist.

5. März bis 23. April 2023
Kartenausstellung:

Historische Karten der Grafschaft Mark - oder die hohe Kunst des Abkupferns…

Plakat zur Ausstellung (Quelle: Stadtarchiv)

Mit der Entwicklung des Buchdruckes und des Kupferstichs begann Anfangs des 17. Jahrhunderts auch eine erste Blütephase der Kartografie. Auch detailliertere Karten der Grafschaft Mark sowie angrenzender Gebiete kamen dann heraus. Diese Karten waren noch sehr teuer und standen nur privilegierten Schichten zur Verfügung. Erst 200 Jahre später wurden Karten zu Massenware, die weiteren Kreisen zugänglich waren. Durch „Abkupfern“, also das Kopieren von Karten anderer Verlage, war eine weitere Verbreitung von Karteninformationen möglich geworden.

Das Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte - Stadtarchiv verfügt über diverse Exemplare solcher historischer Karten, die - ergänzt durch Karten anderer Archive - in der Ausstellung präsentiert werden.

Das Amt für Geoinformation, Liegenschaften und Kataster hat die Ausstellung konzipiert und bietet Nachdrucke von von drei dieser Karten im historischen Duktus auf Büttenpapier an, die im Rahmen der Ausstellung auch käuflich zu erwerben sind.

10. Januar bis einschließlich 26. März 2023 
Zeitreise Gerthe - 1.200 Jahre Stadt(-teil)geschichte

Ausstellung "Zeitreise Gerthe" (Quelle: Stadt Bochum - Stadtarchiv)

Der heutige Bochumer Stadtteil Gerthe hat eine lange, spannende Geschichte. Der Bürgerverein „Gerther Treff e.V.“ hat sich intensiv mit dieser Geschichte auseinandergesetzt und präsentiert diese nun in seiner Ausstellung „Zeitreise Gerthe - 1.200 Jahre Stadt(-teil)geschichte“ im Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte. 

Dies Ausstellung zeigt in konzentrierter Form die Essenz einer großen Projekt-Ausstellung, die im Sommer 2022 zunächst in der Christopherusschule und anschließend in den Räumen des Kulturrats Bochum e.V. in Gerthe zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem Stadtteil mit ihrer Geschichte bekannt machte. 

Nun ist Gerthe zu Gast im Stadtarchiv, um diesen Stadtteil und seine Geschichte der gesamten Stadtgesellschaft Bochums zu präsentieren. Das Stadtarchiv freut sich über diese Kooperation mit dem „Gerther Treff“ und hat die Ausstellung temporär in die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte „Bochum macht sich“ integriert.

Ab 23. Oktober 2022:
Wut. Macht. Mut
Wie die Zweite Frauenbewegung gegen Männergewalt kämpfte und was sie erreicht hat.

Plakat mit der Aufschrift "Vergewaltiger - Wir kriegen euch alle"
Mit der Geduld am Ende? Einige Frauen waren sogar bereit, mit bewaffneter Gewalt zu drohen. (Quelle: ausZeiten e.V.)

Heute existieren ca. 130 autonome Frauenhäuser in ganz Deutschland, das sind ziemlich genau 130 mehr als Mitte der 1970er Jahre. Daneben gibt es in fast allen deutschen Städten Angebote im Bereich der Gewaltprävention und -beratung. Wie kam es dazu? Wer gründete sie und warum?

Um dieser Frage nachzugehen, blicken wir in der Ausstellung „Wut. Macht. Mut“ auf die Zweite Frauenbewegung und ihren vielfältigen Widerstand gegen Gewalt. Die politische Arbeit jener Frauen und Lesben ist der Grund dafür, dass es heute Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen, Hilfetelefone, Gewaltpräventionsprogramme und den Begriff „sexualisierte Gewalt“ gibt.

Bei Nachtdemonstrationen in der Walpurgisnacht in den 1970er Jahren skandierten sie: „Frauen, setzt Euch zur Wehr!“. Sie besetzten Häuser oder Behörden, machten Aktionen gegen Sexshops und organisierten internationale Tribunale. Damit eroberten sie sich die Orte, Räume und Straßen (zurück). Sie wollten eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft mit vielfältigen Methoden erreichen.
Die Frauen und Lesben gründeten Initiativen, Zentren und – falls nötig – Vereine. Sie traten mit den Behörden in Kontakt, die sie gerade besetzt hatten. Sie lehrten den Kampfsport, den sie gerade gelernt hatten. Sie machten und hörten Musik von und für Frauen und Lesben, besprühten Wände und Türen und drohten mit bewaffneter Gegengewalt.
Auch in Bochum gründeten sie 1979 eine Beratungsstelle für Frauen, wenig später 1989 den Notruf für Frauen, die Gewalt von Männern erfahren hatten.

Von all dem zeugen Plakate, Flyer, Zeitungsartikel, Beutel oder Tüten, gebastelte Frauenhäuser, Protokolle der Initiativen und Interviewausschnitte mit Zeitzeuginnen, die in der Ausstellung präsentiert werden. Sie spannen den Bogen des Widerstands von Frauen gegen Gewalt bis heute.

Bochumer Synagoge um 1900
Bochumer Synagoge um 1900 (Quelle: Stadt Bochum)

Jüdisches Leben in Bochum hat Tradition. Daran erinnern die Stelen zur jüdischen Geschichte unserer Stadt. Sie stehen überall da, wo sich jüdisches Leben früher abgespielt hat und wo es heute wieder zu finden ist.

Die Stelen erzählen von der über 400jährigen Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Bochum. Sie zeigen die ganze Geschichte des Zusammenlebens von Juden und Nichtjuden, die barbarische, aber ganz bewusst auch an die bereichernde Seite eines einvernehmlichen Miteinanders.

Der Stelenweg ist ein im Jahr 2000 von der Evangelischen Stadtakademie Bochum entwickeltes und seit 2010 realisiertes Projekt der Erinnerungskultur im Stadtgebiet des heutigen Bochum. 

Löwenrelief
Löwenrelief (Quelle: Stadt Bochum)

Der Stelenweg will

  • die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft und hier vor allem die jüngere Generation sensibilisieren für das Zusammenleben mit ethnisch, religiös und kulturell anders geprägten Menschen. Dieser Gesichtspunkt ist angesichts von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus für die Herausbildung und Stärkung einer offenen Gesellschaft aktuell von besonderer Bedeutung.
  • die jüdischen Einwanderer einladen, den Reichtum jüdischer Geschichte in der neuen Heimat kennenzulernen und Vertrauen in die Möglichkeit jüdischen Lebens in Deutschland zu entwickeln. 

Die Ausstellung zeigt 11 inzwischen realisierte Stelen in großformatigen Reproduktionen, dazu einige Zeugnisse jüdischer Geschichte und Kultur im Original. Der Stelenweg ist noch nicht vollendet. Weitere Stelen sind in Planung.

Eine Ausstellung des Stadtarchivs - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte in Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie Bochum.

Begleitprogramm:
2. November 2022, 19 Uhr: PD Dr. L. Joseph Heid: 
Ende der Maloche im Kohlenbergbau. Auch jüdische Arbeiter waren unter Tage dabei. 
31. Januar 2023, 19 Uhr: Dr. Manfred Keller: 
Vom Umgang mit der jüdischen Geschichte und Kultur vor Ort - Projekte der Evangelischen Stadtakademie Bochum.

30. August bis 16. Oktober 2022:
Love is Love - In Erinnerung an Hermann Hußmann

Entwurf des Banners für einen Projekttag (Quelle: Lynn Driller, Hildegardis-Schule Bochum)

Die Ausstellung des Projektkurses Geschichte der Hildegardis-Schule in Bochum soll würdevoll an die gedenken, die zu oft vergessen und übersehen wurden: die homosexuellen Opfer der NS-Zeit. 

Gleichzeitig soll aber auch das Leben und die Diversität gefeiert und eine Brücke von früher zu heute geschlagen werden, denn auch heute müssen wir uns gegen Diskriminierung wehren und uns für mehr Toleranz und Akzeptanz engagieren.

(30. August bis 16. Oktober 2022)

Bilder aus dem historischen Ehrenfeld
Postkartenmotive aus den Sammlungen Gretel Bauer und Dirk Ernesti

Das historische Ehrenfeld entstand nach den Eingemeindungen von Grumme, Hamme, Hofstede und Wiemelhausen ab 1904 auf Initiative des Bauunternehmers Clemens Erlemann. Mit seinen repräsentativen Villen und Wohnhäusern, dem Parkhotel Haus Rechen, der Hauptverwaltung der Knappschaft und nicht zuletzt dem Apollo-Theater und der Lichtburg wurde das Ehrenfeld zu einem geradezu mondänen Stadtviertel.

Der Historiker PD Dr. Dietmar Bleidick hat zusammen mit dem Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte aus den Postkartenbeständen der Gretel-Bauer-Sammlung und der Sammlung Dirk Ernesti eine Ausstellung gestaltet, die an das ursprüngliche Gesicht des Ehrenfelds vor den Kriegszerstörungen 1944 erinnert.

(ab 23. März 2022)

Experiment HEIMAT (Quelle: NODE Berlin Oslo/Aleksandra Weber)

Experiment Heimat ist ein interkulturelles Literatur-Fotografie-Projekt des Westfälischen Literaturbüros in Unna e.V. in Kooperation u.a. mit der Bochum Marketing, der Ruhr-Universität Bochum und vielen anderen Partner*innen. Zwischen April 2022 und Februar 2023 ist die Wanderausstellung mit literarischen Texten und Fotografien an verschiedenen Stationen in 9 Städten unterwegs. Eine Station ist das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte!

www.experimentheimat.de

Plakat zur Ausstellung (Quelle: Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte)

Im Rahmen des Abraham-Pokals des Kinder- und Jugendrings Bochum haben sich die Mitglieder der Schulgemeinschaft der Mansfeld-Schule auf verschiedenen Ebenen mit den Themen Vielfalt und Toleranz auseinandergesetzt. Im Rahmen von Recherche Projekten wurde die Geschichte der Bochumer Jüdin Frieda Rosenstein beleuchtet, der als Opfer der Nationalsozialisten unglaubliches Unrecht widerfahren ist. Neben der Erinnerungsarbeit entstanden Projekte zu den Themen religiöse Vielfalt und Toleranz.

Die Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mansfeld-Schule positionieren sich in der Ausstellung klar gegen Antisemitismus und Rassismus und treten für ein friedliches und weltoffenes Miteinander ein. 
 

Der 1904 in Duisburg geborene Arbeiter und Bergmann Albert Kelterbaum ist am 31. März 1972 in seiner langjährigen Heimat Wanne-Eickel gestorben. Nahezu sein ganzes Leben verbrachte er im Ruhrgebiet, das er seit seiner Kindheit zeichnerisch dokumentiert und kommentiert hat. Obwohl er nie seinen Lebensunterhalt als Künstler bestritt, hinterließ er bei seinem Tod ein beeindruckendes künstlerisches Werk, das mit Begriffen wie „Liebhaberkunst“ oder „Hobbymalerei“ nicht annähernd beschrieben ist. Kelterbaum hat sich in seinem künstlerischen Schaffen von der karikaturhafen Milieuskizze im Stile eines Heinrich Zille immer mehr zu künstlerisch anspruchsvoller grafischer Arbeit hin entwickelt, die stets den Lebensraum Ruhgebiet und das Milieu der Bergleute, Stahlarbeiter und so genannten kleinen Leute im Blick hatte. Nach seinem Tod geriet sein Werk jedoch sehr schnell in Vergessenheit. Der 50. Jahrestag seines Todes ist für das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum in Zusammenarbeit mit dem Emschertalmuseum Herne Anlass, diesen heute nahezu vergessenen Künstler und seine Lebenswelt des Ruhrgebiets der 1950er bis frühen 1970er Jahre vorzustellen.

Doppelausstellung 9. Oktober 2021 bis 31. Januar 2022
Die Doppelausstellung „Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts“ und „Fritz Bauer Bibliothek. Die mutigste Bibliothek der Welt“ eint der persönliche Erfahrungshintergrund zweier der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts. Raphael Lemkin und Fritz Bauer überlebten den Holocaust, sie flohen ins Exil, Lemkin aus Polen in die USA, Bauer nach Skandinavien. Zeit ihres Lebens kämpften sie aufgrund ihrer Erfahrungen gegen Rassismus, Antisemitismus und gegen die Straflosigkeit von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sie waren Vorkämpfer für das Völkerrecht.

Lemkin. Zeuge des Genozid-Jahrhunderts

Plakat der Lemkin-Ausstellung

Die Ausstellung des Pilecki-Instituts über Raphael Lemkin, die vorher in Warschau zu sehen war, wird in Bochum erstmals in deutscher Sprache gezeigt. Winston Churchill erklärte während des Zweiten Weltkriegs Ende 1941, dass die Nazis ein „namenloses Verbrechen“ begingen. Raphael Lemkin verschrieb sich der Suche nach einem angemessenen Begriff für diese Akte der Barbarei. Dank seiner Studien in Philosophie, Philologie und im Recht gelang ihm 1943 die Prägung des Begriffs „Genozid“. Durch sein persönliches Engagement trug er zum Zustandekommen der Genozidkonvention der Vereinten Nationen von 1948 bei. Die Ausstellung erzählt von einem Menschen mit moralischer Vorstellungskraft und staatsbürgerlicher Überzeugung, der die Verwirklichung seiner Idee zu seinem Lebensinhalt machte.

Fritz Bauer Bibliothek. Die mutigste Bibliothek der Welt
Fritz Bauers Engagement für Demokratie und Menschenrechte bekommt aktuell einen Ort. Im Zentrum der Ausstellung steht die Fritz Bauer Bibliothek an einem faszinierenden Ort in der ehemaligen Trauerhalle Havkenscheid in Bochum. Die Bibliothek verfolgt einen radikal neuen Ansatz. Sie hat eine persönliche Bedeutung für das Leben ihrer Besucherinnen und Besucher, ist nicht nur Datenspeicher, sondern interaktiver Lernort. Das „Nie wieder!“ der Überlebenden von Menschenrechtsverletzungen und Genozid wird hier lebendig. Als bleibende Herausforderung eines „Für immer!“ gegen Gewalt, Krieg und Unrecht in unserer Geschichte wird ein an den Menschenrechten orientiertes Handeln erforscht und geübt. Wie sie selbst mitwirken und die Menschenrechte bestärken können, erfahren Interessierte ebenfalls in der Ausstellung.

Plakat Fritz-Bauer-Bibliothek-Ausstellung

Führungen und Presseanfragen
Philipp Nell, Fritz Bauer Forum, Projektleitung
philipp.nell@buxus-stiftung.de

Anfragen zur Fritz Bauer Bibliothek
Jennifer Haas, MA, Fritz Bauer Bibliothek und Archiv, Projektleitung
jennifer.haas@buxus-stiftung.de

Veranstalter
Das Pilecki-Institut (Warschau/Berlin) nahm 2019 seine Tätigkeit in Berlin auf, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken und einen neuen Spielraum für die Erforschung und Verarbeitung der Erfahrungen des 20. Jahrhunderts zu bieten einschließlich der Bedeutung der europäischen Werte der Demokratie und Freiheit in der neuesten Geschichte. Das Institut möchte auch zur Vertiefung der Kenntnisse der Geschichte Polens im 20. Jahrhundert beitragen.
Das Fritz Bauer Forum in Bochum ist als internationaler Ort für Forschung, Bildung und Dialog zum Thema Menschenrechte und Demokratie geplant. Es ist dem Lebenswerk seines Namenspatrons verpflichtet, dem Sozialdemokraten, Widerstandskämpfer und Überlebenden Fritz Bauer, der Auschwitz, die NS-Justiz und NS-Medizin sowie die Verbrechen der Wehrmacht vor Gericht brachte.
Beide Institutionen verbindet bei diesem Kooperationsprojekt ihr Engagement für eine langfristige Zusammenarbeit mit den kulturellen Einrichtungen und Hochschulen des Partnerlandes.
 

In derzeit sechs eigenständigen Abteilungen zeigt die Ausstellung, dass Migration kein Sonderfall in der Geschichte war, sondern der Normalfall ist. Damit eröffnet sie einen besonderen Zugang zur Stadtgeschichte. Doch nicht allein Migration ist das Thema, sondern das Wechselspiel von fremd und eigen im historischen Längsschnitt: von der Ur- und Frühgeschichte bis (fast) zur Gegenwart. Die Ausstellung präsentiert sie sich im „neuen Gewand“: Stadtgeschichte in Bewegung!

Ansicht eines Teils der Ausstellung "Unsere Heimat, unsere Liebe"
Ansicht eines Teils der Ausstellung "Unsere Heimat, unsere Liebe" (Quelle: Stadt Bochum)

Unter Koordination des Fanprojekt Bochum konzipierte die Arbeitsgruppe „1938 nur damit es jeder weiß“ die Ausstellung „Unsere Heimat, unsere Liebe“. Die Ausstellung thematisiert die NS-Vergangenheit der Stadt Bochum, die Gründung des VfL Bochum 1848  sowie die Geschichte des letzten Fußballmeisters im jüdischen Verbund, Schild Bochum.

„Unsere Heimat, unsere Liebe“ wurde u. a. mit Mitteln des Bundesprogramms „Farbe bekennen - Demokratie leben“ finanziert. Über 20 Fans des VfL Bochum 1848 wirkten bei der inhaltlichen und grafischen Gestaltung der Ausstellung mit. Sie besteht aus 20 Ausstellungstafeln, drei doppelseitig bedruckten Messewänden, Wahlplakat-Exponaten sowie zwei Videobeiträgen.

Ab dem 6. Oktober 2020 wird die Ausstellung im Stadtarchiv Bochum präsentiert. Im kommenden Bochumer Jubiläumsjahr 2021 soll „Unsere Heimat, unsere Liebe“ ab dem Februar als Wanderausstellung an möglichst zahlreichen gut frequentierten Orten und Lokalitäten in Bochum präsentiert werden. Die Ausstellung adressiert insbesondere junge Bochumer*innen.

Das Konzept der Erinnerungsorte aufgreifend werden geschichtsträchtige Orte in Bochum unter anderem via Verwendung von QR-Codes vorgestellt. Der Fußballsport wird als Aufhänger für historisch-politische Bildung genutzt. „Unsere Heimat, unsere Liebe“ erläutert, warum es sich beim Ruhrstadion um einen Erinnerungsort handelt, wann und wie der VfL gegründet wurde und wer der letzte Fußballmeister im jüdischen Verband wurde - und welches Schicksal die Mitglieder der Meistermannschaft kurz darauf bereits erleiden mussten. Es wird die Bedeutung der Gauhauptstadt Bochum für das NS-Regime skizziert sowie über den alltäglichen Antisemitismus in unserer Stadt von 1933 bis 1945 informiert. Das Herzstück der Ausstellung, drei Messewände in Form des VfL-Logos angeordnet, transferiert die Thematik in die Gegenwart und fordert zur kritischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Gesellschaft auf. Hier wird insbesondere der Aspekt der Verbreitung von „Hate Speech“ und „Fake News“ über das Internet fokussiert.

Die Konzeption der Ausstellung ist Teil der Erinnerungsarbeit des Fanprojekt Bochum. Die Partizipation von jungen und erwachsenen Fans des VfL Bochum 1848 ist elementarer Bestandteil der Etablierung einer aktiven Erinnerungskultur in Bochum. Diese Form der Erinnerungsarbeit soll junge Menschen zum Nachdenken anregen und dazu befähigen, Narrative der Geschichtsschreibung kritisch zu reflektieren.

So kann Erinnerung auch zur Verwandlung in positive Werte - aus einem negativen Ursprungsereignis heraus - genutzt werden. Der VfL Bochum 1848 wird zwar unter Mitwirkung der NSDAP gegründet. Seine Fans setzen sich jedoch heute für demokratische Prozesse und die Vermittlung von Geschichtsbewusstsein ein.

(ab Dienstag, 6. Oktober 2020)