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Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion

700 Jahre - 700 Frauen

Anlässlich des Stadtjubiläums hat das Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion 700 Frauennamen herausgearbeitet, um den Beitrag von Frauen zur Bochumer Stadtgeschichte sichtbar zu machen und anzuerkennen.

Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion

Plakat zum Projekt "700 Jahre - 700 Frauen"

Um das Wirken von Frauen in oder für Bochum in den Fokus zu rücken, haben viele mitgeholfen 700 Namen von Frauen, die die Bochumer Stadtgeschichte beeinflusst haben, zusammenzutragen. Ein Aufruf an alle Frauenvereine und -verbände anlässlich des diesjährigen Internationalen Frauentages, uns Namen von Frauen für dieses Projekt zu nennen, stieß auf regen Zuspruch. Die Bochumer Ehrenamtsagentur bea, das Frauenarchiv ausZeiten, Parteien sowie viele andere trugen Namen aus den verschiedensten Bereichen zusammen. Ein Großteil der Frauen wurde bereits öffentlich geehrt - zum Beispiel für ihr ehrenamtliches Engagement oder sie erhielten den Ehrenring oder die Ehrenplakette der Stadt.

Entstanden ist das obige Plakat mit allen 700 Namen. Als Homage an die Stadt sind sie im einem stilisierten Stadtgrundriss gestaltet. Verschiedene Farbkategorien zeigen an, zu welcher der sieben Kategorien -  Politik, Wissenschaft/Wirtschaft, Kunst/Kultur/Medien, Sport, Soziales, Verwaltung und „sowie …“ – sie zugeordnet werden können. Beachtenswert ist, dass es manchmal schwierig ist, die Frauen eindeutig einer Kategorie zuzuordnen, da viele in ihrem Engagement in mehreren Lebensbereichen aktiv waren und sind.
Sieben Namen erscheinen besonders groß. Zu diesen Persönlichkeiten – aus jeder Kategorie eine – gibt es Postkarten. Diese finden sie im jeweiligen Porträt, zu dem Sie über die interaktive Darstellung kommen. Auch zu den 70 mittelgroßen Namen gelangen Sie über die interaktive Darstellung mit den teilweise bekannten, aber auch neu entstandenen historischen oder zeitgenössischen Kurz-Portraits. Sie bilden die Vielfalt von Frauen in Bochum ab. Noch fehlende Portraits werden sukzessive ergänzt. 

Interaktive Darstellung

Hinweis:
Die interaktive Darstellung ist nur als Desktop-Variante verfügbar und nicht für mobile Endgeräte (Smartphone etc.) geeignet. 

Die Sammlung mit allen Namen wird dem „Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte“ sowie dem Frauenarchiv „ausZeiten“ zur Verfügung gestellt, damit die darin enthaltenen Informationen auch zukünftig weiter ergänzt oder genutzt werden können. Geeignet wäre dieser Fundus auch, Namen von weiblichen Bochumer Persönlichkeiten zu finden, nach denen zum Beispiel Straßen oder Plätze benannt werden können.

Im Herbst/Winter 21/22 wurden diese Frauen näher in den Fokus gerückt:

Donnerstag, 18. November 2021 - Lesung in Kooperation mit der VHS "Die Verknöpften" - Lesung für Groß & Klein

Die Bochumer Zeit von September 1938 bis Januar 1939 steht im Mittelpunkt des Kinderromans "Die Verknöpften" (Ariella Verlag). 
In ihrem neuen Buch begibt sich die Bochumer Kinderbuchautorin Andrea Behnke auf die Spuren der jüdischen Schule und deren Lehrerin Else Hirsch. 
Es geht um eine Freundschaftsgeschichte: Liselotte, Leon, Minna und Hilli sind mit Freundschaftsarmbändern verknöpft in einer Zeit, in der Freundschaft immer schwieriger wird. Denn auf einmal darf sich Hilli, die nicht jüdisch ist, nicht mehr mit ihren zwei Freundinnen und ihrem Freund treffen. Und Liselotte hört von einem Schiff, mit dem Minna über das Meer fahren soll - nach einer dunklen Nacht im November ist sogar die Schule geschlossen.
Eine Lesung von Andrea Behnke für Groß & Klein: für Kinder ab 10 Jahren, für Familien - und für alle, die sich für den Holocaust in Bochum aus Kindersicht interessieren.

Dienstag, 7. Dezember 2021 - Die Lustmordserie im Landkreis Bochum im 19. Jahrhundert - Bebilderter Vortrag von Andreas Halwer 

Zwischen 1878 und 1882 ereigneten sich im Landkreis Bochum fast 10 „Lustmorde“. Ein Täter wurde überführt und nach umfangreichem Prozess Anfang 1882 hingerichtet. Die Mordserie ging jedoch weiter. Die akribischen Ermittlungen der Behörden und die Berichterstattung darüber in den damaligen Zeitungen stehen im Mittelpunkt des Vortrags, der eingebettet ist in die Erläuterung der damaligen Stadt- und Verwaltungsstrukturen. 

Johanne Becker – eine von 700 Frauen, die vom Referat für Gleichstellung, Familie und Inklusion anlässlich des Stadtjubiläums zusammengetragen wurden - wurde nur 18 Jahre alt, Elise Gantenberg, 17 Jahre. Beide Frauen wurden im 19. Jahrhundert Opfer eines sogenannten Lustmörders. Sie stehen stellvertretend für weibliche Opfer von Gewalt. Bärbel Solf, ehemalige Kriminalkommissarin, wird an diesem Abend ebenfalls als Gesprächspartnerin dabei sein.

Donnerstag, 3. März 2022 - Karla Baer, das Akkordeon und der Bronze-Löwe - Vortrag von Ingrid Wölk 

Im Jahr 1 nach der Aktion „700 Frauen“ im Rahmen der 700-Jahr-Feier der Stadt Bochum soll als 701. Karla Baer gewürdigt werden. 1920 als Tochter von Else und Leo Baer in eine jüdische Unternehmerfamilie hinein geboren, riss sie der Machtantritt der Nationalsozialisten aus ihrem sozialen Umfeld heraus und zerstörte alle Zukunftspläne. 1939 gelang Karla zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder Werner die Flucht nach Frankreich. Alle vier überlebten im Untergrund. 2010 starb Karla Baer (verheiratete Goldberg) hochbetagt in Toronto. Der biografisch angelegte Vortrag zeigt eine starke Persönlichkeit, die als junge Frau im französischen Exil den Mut hatte, sich der Résistance gegen die deutsche Besatzung anzuschließen und im reiferen Alter ihren künstlerischen Ambitionen nachging.
Doch was hat es mit dem Akkordeon und dem Bronze-Löwen auf sich? Beide begleiteten Karla Baer von Bochum ins Exil und durch ihr ganzes Leben. Der „Löwe“ verweist zurück auf die alte Synagoge an der Wilhelmstraße, deren Zerstörung am 9. November 1938 er entging. Seine Replik kann heute in der neuen Synagoge am Erich-Mendel-Platz besichtigt werden. Sie ist ein Geschenk von Karlas kanadischer Familie, der Familie Goldberg.

Jährlich soll eine Veranstaltung mit einer weiteren Frau folgen.

Weitere Informationen: