13. September 2024
Bochumer MINT-Bildungscluster: Von Planeten, Fossilien und Sternen

Aktuelles zur Bochum Strategie
„Warum gibt es Planeten?“, „Wie lange kann man ohne Raumanzug im All überleben?“ oder „Ernähren sich Astronautinnen und Astronauten wirklich nur von Essen aus der Tube?“ – das alles fragten Viertklässler die von der europäischen Weltraumagentur ausgewählte Reserve-Astronautin Nicola Winter bei der Veranstaltung „Mission X – Train like an Astronaut“ im Planetarium. Möglich gemacht hat es das Bochumer MINT-Bildungscluster, das zugleich auch ein Projekt der Bochum Strategie ist.
Bochum greift nach den Sternen – und fordert Kinder und Jugendliche auf, es ebenfalls zu tun. Denn: Mathe ist kein Blödsinn und Informatik nicht nur für Nerds. Das Bochumer MINT-Bildungscluster bringt jungen Menschen mit niederschwelligen Angeboten die MINT-Fächer – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – näher. Die Stadt Bochum hat sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler an die Fächer heranzuführen und ihnen Themenbereiche wie Luft- und Raumfahrt, Astronomie oder Geographie schmackhaft zu machen. Auch mit Blick auf die spätere Berufswahl und potenzielle Studienfächer.

Beteiligt am Bochumer MINT-Bildungscluster sind unter anderem das Planetarium und die Sternwarte Bochum, die Hochschule Bochum, die Technische Hochschule Georg Agricola und die Ruhr-Universität Bochum, der Ad Astra Bochum e. V. sowie das zdi-Netzwerk Bochum und ESERO Germany, das European Space Education Resource Office. Sie alle gemeinsam sind die „Bildungsmacher zwischen Himmel und Erde“ und bieten regelmäßig Workshops vor Ort oder digitale Veranstaltungen an, die sich an Mädchen und Jungen aller Altersklassen, von der Kita bis zur gymnasialen Oberstufe richten. Dort werden Teleskope gebaut, Roboter ins All geschickt oder Schwerelosigkeit erprobt. Für die kleinsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer gibt es Vorlagen zum Ausmalen oder eine virtuelle Schnitzeljagd.
Im Juni erfuhren mehrere Schulklassen unterschiedlicher Schulen aus Bochum und Umgebung beim „Mission X“-Astronautentraining im Planetarium Bochum viel Wissenswertes über Sternenbilder und Planetenbahnen. Digital zugeschaltet war Reserve-Astronautin Nicola Winter, die alle Fragen beantwortete, die den Kindern zum Thema Raumfahrt auf dem Herzen lagen.
Von der ausgebildeten Kampfjetpilotin, die sich aktuell auf ihren ersten Einsatz auf der ISS vorbereitet, erfuhren die Schülerinnen und Schüler auch, dass die Wissenschaft sich nicht einig darüber ist, warum es Planeten gibt. Dass man lediglich ein paar Sekunden ohne Raumanzug im All überleben würde und Astronautinnen und Astronauten auf der ISS im Grunde genommen alles essen können. Inzwischen wird sogar frisches Obst mit ins All genommen. Die typische Raumfahrt-Nahrung aus der Tube gehört schon länger der Vergangenheit an.

„Wir möchten den Kindern und Jugendlichen mit diesen Veranstaltungen die Möglichkeit geben, sich spielerisch und auf praktische Art und Weise den Themen Raumfahrt, Astronomie oder naturwissenschaftlichen Zusammenhängen zu widmen“, erzählt Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, die neben der Leitung des Planetariums Bochum auch die Projektleitung des Bochumer MINT-Bildungsclusters übernommen hat. „Die Themen sind bewusst so gewählt, dass sie neue, ungewöhnliche, spannende und unmittelbar faszinierende Erfahrungen bieten, die einen Mehrwert über den normalen Schulunterricht hinaus darstellen.“
Vor allem in den Bereichen Geowissenschaften und Astronomie setzt sich das Bochumer Cluster mit seinen Akteurinnen und Akteuren von anderen Städten ab. Einen großen Teil trägt auch ESERO Germany – ein Zusammenschluss der ESA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt – mit Sitz in Bochum dazu bei. Auch hier steht im Fokus, die MINT-Fächer durch spannende Experimente, Unterrichtsreihen oder Veranstaltungen jungen Menschen näherzubringen.
Beliebt ist außerdem jedes Jahr das Sommerferiencamp des zdi Netzwerks, einem Zusammenschluss vieler Institutionen zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr öffneten die Sternwarte, das LWL-Museum für Archäologie in Herne, das Planetarium und der Bochumer Tierpark + Fossilium ihre Türen. Als externe Lernorte an denen die Schülerinnen und Schüler außerhalb des Klassenraumes selbst eine Woche praktisch tätig werden und dabei noch sehr viel Wissen mitnehmen können.

Im Tierpark erforschten die 13- bis 16-jährigen etwa alles zum Thema Evolution. Nach einer ausgiebigen Runde durch den Park ging es ans Eingemachte. Eigene Fossilienabdrücke machen, Schlangen und andere Kleintiere hautnah erleben und Knochen von Tierskeletten benennen – alles Dinge, die im Klassenraum nicht möglich sind. Wer lieber etwas Eigenes basteln wollte, konnte am nächsten Tag in der Sternwarte anpacken, als es hieß, aus recyclingbaren Materialien ein Fernrohr zu basteln.
Prof. Dr. Susanne Hüttemeister freut sich, dass die Nachfrage bei den MINT-Veranstaltungen so groß ist. „Vor allem unsere Mission X ist sehr schnell ausgebucht!“. Und wer weiß, vielleicht ist unter den Schülerinnen und Schülern ja auch eine zukünftige Astronautin oder ein zukünftiger Astronaut dabei.